Bewusstseinszustände und Stress

Wie sich dein Alltagsleben in deinem Gehirn manifestiert.

Wie funktioniert das Gehirn?

Grundlegend sammelt das Gehirn Informationen aus der Außenwelt, bewertet sie und entscheidet dann, ob die erlebte Situation wiederholt werden will.

Beispiel: Ich halte gerade einen Vortrag. Diese Situation hat mein Gehirn noch nicht oft bewerten können und kann dementsprechend nicht beurteilen, ob es eine positive oder negative Erfahrung zu erwarten hat. Darauf folgen Gefühle von Unsicherheit und Unwohlsein. Wenn ich mit dem Vortag allerdings eine positive Erfahrung mache, sorgen diese Emotionen gekoppelt mit der Tätigkeit dafür, dass „einen Vortrag halten“ positiv im Gehirn verankert wird. Sollte ich das nun öfter machen und die Erfahrung weiterhin mit positiven Emotionen assoziieren können, wird es zur „Gewohnheit“ und das anfangs entstandene Unwohlsein wird mit einer Art Sicherheit ersetzt.

Dieser Mechanismus kann aber auch Negatives mit sich bringen. Im All-Tags-leben (= das Leben, was sich täglich wiederholt) warten stetig die gleichen Abläufe auf uns: früh aufstehen, frühstücken, zur Arbeit fahren, arbeiten, einkaufen, nach Hause fahren, Haushalt und evtl. Hobbies. Nicht nur die Abläufe sind wir dann gewohnt, sondern auch das Umfeld, die Räume, die Kollegen, die Arbeitsstrecke – wir befinden uns in einem „gewohnten Umfeld“. Ständig scheint sich alles in einer nie endenden Schleife zu wiederholen. Wenn man seinen Job wirklich gerne macht und auch in seinem Privatleben glücklich ist, ist diese Wiederholung kein Problem. Aber wenn diese chronischen Abläufe zusammen mit Stress, Beziehungsproblemen, Zeitmangel oder Unzufriedenheit gekoppelt sind, kann das schnell böse enden. Denn diese „Alltags-Dauerschleifen“ werden ebenfalls im Gehirn fest verankert und mit diesen negativen Emotionen verbunden. Die Synapsen im Gehirn, die einzelne Denkmuster und Abfolgen speichern, verstärken sich mit proportional immer mehr, je öfter sie wiederholt bzw. kombiniert werden. Irgendwann ist man dann vielleicht an einem Punkt, an dem man extra länger auf der Arbeit bleibt, weil Zuhause keine harmonische Stimmung mehr herrscht oder andersherum, man freut sich montags schon auf den Freitag, weil die Arbeit einen persönlich einfach nicht erfüllt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese oft unterbewusst abgespeicherten Prozesse der Bindung zwischen Situation und Emotion sehr viele Probleme bereiten können, wenn sie mit negativen Emotionen verknüpft werden. Ich glaube, fast jeder hat eine solche Phase bereits erlebt und fühlte sich grundlegend einfach unzufrieden und gestresst. Genau dieser Modus, in den unser Körper unter diesen Bedingungen schaltet, ist leider unglaublich kontraproduktiv für unsere körperliche Gesundheit. Denn hier werden kontinuierlich Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin oder Noradrenalin ausgeschüttet, die den Körper regelrecht in einen Überlebensmodus versetzen. Oxidativer Stress entsteht und deine eigenen Zellen werden angegriffen. Genau hier kommt es zu Krankheiten wie Krebs, Schlaganfällen, Herzinfarkten oder sogar zu chronischen Krankheiten wie Neurodermitis. Ganz zu schweigen davon, dass in dieser Phase auch die Fälle von Depressionen und Burnout immens ansteigen – es ist einfach alles zu viel und der Körper als auch die Psyche arbeiten nicht mehr richtig. Natürlich spielen hier auch andere Faktoren wie die Ernährung eine Rolle.

Während dem beschriebenen Zustand befindet sich unser Gehirn im Beta-Wellen-Bereich und schwingt zwischen 13 und 38 Hertz. Hier findet unser normales Tagesbewusstsein statt. Konzentriertes Arbeiten und dass die Aufmerksamkeit im Außen liegt sind hierfür ebenso Merkmale wie die Emotionen Angst, Hektik und Stress. Grundlegend unterscheidet man zwischen 5 Gehirnwellen-Bereichen bzw. fünf unterschiedlichen Bewusstseinszuständen des menschlichen Gehirns, die alle in bestimmten Frequenzbereichen verlaufen. Ein gesunder Verstand durchlebt in 24 Stunden alle fünf Bewusstseinszustände – wechselt also die Gehirnwellen, je nach Situation und erlebt dadurch eine natürliche Ausgeglichenheit zwischen beispielsweise Konzentration, Stress, Tagträumen, Müdigkeit und Tiefschlaf. Da der beschriebene Dauerstress so einige Schwierigkeiten, wie z.B. Schlafstörungen, mit sich bringen kann, hängt man durchgehend im Beta-Wellen-Bereich fest und kann weder abschalten noch regenerieren.

Was kann man nun dagegen tun?

Wim-Hof-Atmung

Es gibt bestimmte Techniken um sich in einen anderen Bewusstseinszustand zu versetzen bzw. in einen anderen Gehirn-Wellen-Bereich zu bringen. Atemtechniken wie die „Wim Hof Atmung“ eignen sich hier besonders gut, um kurzfristigen Erfolg zu erzielen. Wim Hof ist Weltrekordhalter im Eistauchen und konnte seine Körpertemperatur konstant halten, während er 52 Minuten in Eiswasser ausharrte. Von ihm stammt eben diese spezielle Atemtechnik, die äußere Prozesse ausblendet, deinen Körper mit Sauerstoff durchflutet und dich zurück in den gegenwärtigen Moment bringt. Im Stressmodus lebt man
nur in der Außenwelt und sorgt sich um Vergangenheit oder Zukunft – aber durch den gegenwärtigen Moment findest du wieder zu dir selbst und nimmst Abstand von den Sorgen. Denn um was solltest du dich im Hier und Jetzt schon sorgen? Aber auch eine kalte Dusche bringt dich blitzschnell in den gegenwärtigen Moment.


Erdung

Eine andere Methode ist die Erdung. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, aber ich erkläre hier eine, die man jederzeit und überall ausführen kann. Auch hier geht es darum, zurück in den gegenwärtigen Moment zu kommen. Du nimmst zwei tiefe Atemzüge und fängst dann an, dich nacheinander auf deine Sinne zu konzentrieren. Was sehe ich? Was rieche ich? Was höre ich? Was schmecke ich? Was fühle ich? Die Aufmerksamkeit darauf zu lenken ist oft eine schnelle Hilfe in hektischen Situationen.


Meditation

Die wohl wichtigste Methode, die auch langfristige Wirkung zeigt, die die der Meditation. Meditation hilft dir zur Ruhe zu kommen und dich mal nur auf dich, deine Emotionen, deinen Körper, deine Wünsche zu konzentrieren. Was geht in dir vor? Oft nimmt man sich nicht genug Zeit für dich, ob bewusst oder unbewusst. Aber du bist das wichtigste, das du hast und es ist keinesfalls egoistisch etwas für dich zu tun. In unserer heutigen Zeit wird einfach unglaublich viel von uns abverlangt, man muss immer funktionieren
und wir können eben einfach nicht alles schaffen, wenn für uns keine Energie mehr übrigbleibt. Wie man so schön sagt: „Aus einem leeren Gefäß kann man nichts geben.“.

Was genau ist Meditation?

Meditation ist ein Bewusstseinszustand. Es ist ein Zustand von konstanter Achtsamkeit um
Wahrzunehmen was im Hier und Jetzt existiert, ohne dabei eine Wertung abzugeben. Durch Meditation soll sich unsere Gedanken beruhigen und sammeln. Während der Meditation wird ein Bewusstseinszustand erreicht, indem ein äußerst klares hellwaches Gewahrsein und tiefste Entspannung gleichzeitig möglich sind. Somit kann man ein absolutes Entspannungsgefühl gleichzeitig neben absoluter Wachsamkeit empfinden. Das sorgt dafür, dass man im Alltag wesentlich resistenter gegen Stress ist. Wenn man regelmäßig meditiert, kann man mit Stresssituationen wesentlich besser umgehen. Somit werden körperliche Symptome die durch Stress ausgelöst werden stark eingedämmt. Der Blutdruck sinkt, Stresshormone wie Cortisol werden eingedämmt, die Muskelaktivität im Ruhezustand passt sich an, die Verdauung beginnt besser zu funktionieren und die Hirnwellenfrequenz schwingt im optimalen Ruhezustand. In weiteren Tests wurde herausgefunden, dass Meditation den Mandelkern schrumpfen lassen kann, eine Struktur im Gehirn, die unter anderem an der Steuerung von Angst beteiligt ist. Auch unsere Kreativität wird erhöht, das Risiko für Depressionen sinkt stark und
unsere Gedächtnisleistung verbessert sich.

Meditation ist also ein effektiver Weg um sein Leben in fast allen Bereichen zu verbessern und sich aus Stresszuständen zu befreien. Wenn man erst einmal begreift, wie das Gehirn funktioniert, kann man aktiv damit arbeiten und wirklich starke Veränderungen erzielen.

Du möchtest eine Meditation ausprobieren?

Dafür kann ich dir guten Gewissens den YouTube Kanal „Higher Mind“ empfehlen. Er hat tolle geführte Mediationen erstellt, die definitiv eine große Wirkung zeigen. Bei ihm findest du zusätzlich gute Erklärvideos über die Energiezentren des Körpers und die Wirkungsweise von Meditationen.

Solltest du dich auch für Frequenzen und biaurale Beats interessieren, so kann ich den YouTube Kanal „neobeats“ sehr empfehlen. Er erklärt wie sich bestimmte Frequenzen direkt auf unser Gehirn auswirken können.

Falls dich dieses Thema brennend interessiert, solltest du das Buch "Werde Übernatürlich" von Dr. Joe Dispenza lesen.



„Die einzigen wirklichen Feinde eines Menschen sind seine eigenen negativen Gedanken.“ – Albert Einstein



Text von Melli Ink zum Vortrag der Eröffnungsfeier am 01.02.2020